Das KLAVIER ist aufgrund seiner "klopfenden" Klanggebung nicht eben das vollkommenste, vielfältigste und rundeste Musikinstrument (nicht böse sein, liebes Klavier !!!), aber bauarten- und spieltechnikbedingt das geeignetste Gerät für die Doppelfunktion "Musiker" und "musikalischer Leiter". Da ich als sehr gut ausgebildeter Pianist auch wenig Konzentration für die Bedienung brauche, ist meine Einsatzliste als "musikalischer Leiter vom Klavier aus" nahezu endlos. Jede eigenverantwortlich gehaltene Probe zählt - genaugenommen - dazu wie jeder solistisch begleitete Sängerauftritt, jede Musiktheaterproduktion mit mir als Klavier-Solisten oder Bandmitglied wie jeder workshop oder jede Spezialaufgabe mit live-Klavier...
Seit dem Sommer 2007 bin ich musikalischer Leiter des Vereins, der es als seine Aufgabe sieht, Musiktheater für ein junges Publikum zu machen. Mit jungen, begabten Menschen und Vorbildern aus dem Profilager. Der Geist, der hinter dem Projekt steht, ist in Worten nicht zu beschreiben - man muss ihn erlebt haben.
Die Aktivitäten mit mir als musikalischem Leiter:
Das kleine Ich bin Ich (Familienmusical nach Mira Lobe von Norberto Bertassi)
Konferenz der Tiere (Familienmusical nach Erich Kästner von Barbara Karolyi, Norberto Bertassi [Text] und Walter Lochmann [Musik])
Sara, die kleine Prinzessin (Familienmusical nach F.H.Burnett von Norbert Holoubek, Norberto Bertassi [Text] und Walter Lochmann [Musik])
Der Sommernachtstraum 2010 (Familienmusical mach W. Shakespeare von Norbert Holoubek, Norberto Bertassi [Text] und Walter Lochmann [Musik])
Der Zauberer von Oz (Familienmusical nach dem bekannten amerikanischen Märchen von Norbert Holoubek [Buch], Norberto Bertassi [Liedertexte und einige Songs] und Walter Lochmann [Musik]) Ab dem 1. Juli 2011 übernahm Fritz Rainer die musikalische Leitung der Produktion im Stadttheater Mödling.
Seit dem Unterrichtsjahr 2009/10 bildet die m.a.t. mit mir als musikalischem Leiter junge Menschen aus.
teatro-workshops unter meiner musikalischen Leitung gibt es seit 2007.
Die Volkshochschule Wien-Brigittenau bietet seit dem Unterrichtsjahr 2008/09 Musical-Ganzjahreskurse an, die mit einer Musical-Aufführung - also der Präsentation des gemeinsam Erarbeiteten - enden.
Der Wohnpark-Freizeitclub Alterlaa brachte im Februar und September 2010 die Arbeit des Februar-Ferien-workshops -"Das kleine Ich bin Ich"- zur Aufführung.
DIE FLEDERMAUS
Operette von Walzerkönig Johann Strauß
In Szene gesetzt im Juli und August 2011 auf der Freilichtbühne im Hof der Burg Brattenstein (RÖTTINGEN, nahe Würzburg, Deutschland).
Begleitet auf 2 Klavieren von meinem Dirigentenkollegen András Gillay und mir.
Der wohldurchdachte Verzicht auf die Klangvielfalt eines Orchesters durch die Wahl von zwei Tasteninstrumenten bedeutete eine Verlagerung des musikalischen Schwerpunktes der Aufführungen. An eine gängige Musizierpraxis aus dem 19. Jahrhundert anknüpfend, konzentrierte sich das Musikgeschehen viel mehr auf die Vermittlung von Inhalten, unterstützt durch das chansonhafte Verhalten der Begleitklaviere. Dadurch schob sich der Charakter der Produktion in Richtung Schauspiel, was zudem der langjährigen Tradition der Röttinger Festspiele näherkam. Die musikalischen Einfälle des Genies Johann Strauß sind so stark, dass alle wunderbaren Melodien trotz "Reduktion" voll zur Geltung kamen.
Bericht: buehnenzeitung.de
JESUS CHRIST SUPERSTAR
Rockoper von Sir Andrew Lloyd-Webber
7. Juli bis 8. August 2011
Die Aufführungsserie im stilvollen Hof der Burg Brattenstein war meine 6. Produktion dieser erfolgreichen "Evergreen"-Passion.
Mein beeindruckendstes Erlebnis dabei war die Band, die ich als musikalischer Leiter (vom 1. Keyboard aus) an das Werk heran- und durch den Abend führen durfte. Ein großes "Bravo !" an die Musiker aus dem Raum Würzburg:
Werner Goldbach (2. Keyboard)
Haiko Heinz (Gitarre)
Chris Reiss (Bass)
Alexander "Aggi" Berger (Drums)
Die Band spielte - aus leicht verständlichen Gründen - in einem wettergeschützten Bereich am Rand des Burghofes. Leider... Den Zuhörern ging ein beeindruckendes optisches Erlebnis verloren ... !
Premierenbericht: TV Touring
Ein sehr spannendes Projekt in der Osterzeit 2011 war die Realisierung der Rock-Oper "Jesus Christ Superstar" unter den räumlichen und finanziellen Vorgaben einer Kleinbühne. Sieben Solisten, zwei Musiker (Klavier und Gitarre) und interessante Umsetzungs-Ideen ("Wie bringt man Chöre auf die Bühne, wenn es keine Chorsänger gibt ?...")
Alle vier Vorstellungen (Gründonnerstag bis Ostersonntag) waren ausverkauft.
Nicht alle meine Aufgaben bei dem 1987 gegründeten Unternehmen mit den Spielstätten Theater an der Wien, Raimundtheater und Ronacher lassen sich als "musikalische Leitung" bezeichnen. Hier im Überblick alle Musiktheaterwerke, die ich vom Dirigentenpult aus geleitet habe.
A Chorus Line
Les Misérables
Das Phantom der Oper
Elisabeth
Tulifant
MOZART !
Kuss der Spinnenfrau
Jekyll & Hyde
Wake Up
Romeo und Julia
Rebecca
Jesus Christ Superstar
Die Habsburgischen
Rudolf
Dauer des Engagementes: 1.Sept.1987 bis 8.Okt.2009
Anzahl der geleiteten Vorstellungen: ca. 2000
Intendant Peter Lotschak holte mich 2005 für das Musical "Camelot" ins nordhessische Bad Hersfeld. Die Spielstätte - eine Stiftsruine - hat nicht nur gewaltige Ausmaße (Bühne 54 x 48 Meter !), sondern einen fühlbar geschichtsträchtigen und energiegeladenen Boden. Im Gegensatz zum "Schwestermusical" My Fair Lady (es stammt vom selben Autorenteam Frederic Loewe / Alan J. Lerner) haben die Melodien keinen "evergreen"-Status und bedurften einer behutsamen Auffrischung, die mir unter folgenden Gesichtpunkten gelungen ist: Völlige Beibehaltung sämtlicher Gesangslinien, aber Neuarrangement des Orchestermaterials mit veränderten, den Hörgewohnheiten der Gegenwart angepassten Harmonieverläufen. Die vielen "Regenvorstellungen" sind mir kräftig in Erinnerung geblieben: Zuschauer und Orchester saßen unter einem riesigen Zeltdach, aber die Darsteller agierten im strömenden Regen und taten mir unendlich leid ... (Wenn's zu arg wurde, gab's eine Unterbrechung, während der ich das auf den Plätzen wartende Publikum mit Klavierimprovisationen unterhielt.) Andrea Malek und Yngve Gasoy Romdal (beeindruckend auch die Alternativbesetzung Dennis Kozeluh) spielten sich als Königspaar in die Herzen der tausenden Hersfeld-Besucher.
In den Jahren 1999 bis 2003 brachte das Team Josef Ernst Köpplinger (Intendanz / Regie), Ricarda Ludigkeit (Choreographie) und ich (musikalische Leitung) während der Sommermonate Juli und August eine Reihe von Highlights höchst erfolgreich auf die open-air-Bühne im Innenhof bzw. im Park des Schlosses Prugg in der niederösterreichischen Bezirksstadt Bruck an der Leitha.
Rocky Horror Show, Evita, Sweeney Todd, Jesus Christ Superstar, Anything Goes. Die Blutsbrüder spielten im Stadttheater. Es gelang uns in kürzester Zeit, den Standort Bruck an der Leitha international zu etablieren. Auslastungszahlen um die 97% (und das bei über 900 Sitzplätzen auf der Tribüne) waren an der Tagesordnung. Die live-Band musizierte stets im Schlossgebäude - für mich als "gelernter" Bühnenkapellmeister der Volksoper kein Kommunikationsproblem. Eine Musical-Gala gab dem Publikum die Möglichkeit, ihre Stars abseits ihrer Bühnenrolle zu erleben. Ein Gemeinderatsbeschluss stoppte die Vorbereitungen auf die Saison 2004 und beendete abrupt das Kulturereignis dieser Region.
Unter der Regie von Dieter Haspel kam 1998 die "Klavierfassung" der DREIGROSCHENOPER (Bertolt Brecht / Kurt Weill) heraus. Die Arbeit mit Schauspielern brachte völlig andere - interessante - Aspekte der Interpretation.
Ich hab noch nie so herzlich, tief und befreiend gelacht wie bei "Strizzis und Mizzis". Die ins Wienerische übersetzte Handlung von "Guys & Dolls" wurde im Jahr 1997 punktgenau mit bekannten, beliebten und berühmten "Typen" besetzt, die sich im Grunde selbst gespielt haben. Unter anderen: die Legende Hansi Lang, der "Kottan-Polizist" Walter Davy, Vickerl Adam, Bernd Jeschek, Dietrich Siegl, Gabriele Schuchter (und ihr leider viel zu früh verstorbener Bruder Georg), Trude Ackermann, Ruth Brauer (bei der "2. Staffel" Maria Köstlinger), Dennis Kozeluh, Hanno Pöschl und - last, but not least - Karlheinz Hackl. Die Partitur von Frank Loesser wurde von mir auf 7 Musiker reduziert - die produzierte CD diente für mich als Referenz bei Stephen Sondheim und wurde von ihm persönlich (!) mit den Worten kommentiert: "...wenn er LOESSER so für 7 Leute arrangieren kann, dass es nicht klingt wie eine Zirkuskapelle, dann kann er es auch mit SONDHEIM !" (Es ging um die Genehmigung des Neuarrangements für sein "Sweeney Todd".)
LET'S POP war eine schwungvolle Revue mit Melodien aus den 60ern rund um den Bühnen- und Fernsehstar Angelika Milster. Ich habe die Produktionsphase in der ersten Hälfte des Jahres 1997 sehr genossen und gerne in Berlin gelebt. Schmunzelnd erinnere ich mich an die vielen (manchmal täglichen) Flüge nach Wien zu Proben von "Strizzis und Mizzis". Und wehmütig denke ich an das wunderbare Orchester des Theaters des Westens, das wenige Jahre später "dem Rotstift zum Opfer fiel". Einfach so ...
Welch eine Ausnahme !!! Ich war von 1995 bis 1997 musikalischer Leiter des Chorus Viennensis, dem Männerchor ehemaliger Wiener Sängerknaben und - im Gegensatz zu allen andern Vorgängern und Nachfolgern - nie Mitglied dieses weltberühmten Kinderchores ! Dennoch trage ich eine herzliche Verbundenheit in mir. Wann immer möglich, helfe ich dem Chorus Viennensis mit meiner Klavierbegleitung - in dankbarer Erinnerung an den Beginn unserer Zusammenarbeit - der damalige Chorleiter und Dirigentenkollege Guido Mancusi holte mich als Pianist für Konzerte und CD-Aufnahmen.
Die Disseuse Topsy Küppers engagierte mich in den Jahren 1979/80 als musikalischen Leiter zweier Revuen:
Schule der Amazonen (Regie Michael Gampe / Musik Walter Lochmann)
Lieder zur sinnlichen Nacht
Der Theaterverein Hollabrunn, Niederösterreich, führte im Herbst 1978 mein erstes Musical nach Gotthold Ephraim Lessings "Minna von Barnhelm" auf. Ich leitete die Aufführungen vom Klavier aus. Die Liste meiner Musikerkollegen im Orchester (Musikstudenten und Freunde) liest sich wie ein "who is who" der späteren Musikszene (Peter Schuhmayer / Artis-Quartett, Manfred Honeck / international gefragter Dirigent ...) Unter gewaltigem technischen Einsatz (es gab erstmals "Mikroports" der Fa. Sennheiser, die HTL Hollabrunn baute eigens eine Drehbühne für den Stadtsaal) entdeckte ich meine Liebe zum Theater.
Drei Chöre in Wien standen unter meiner Leitung:
1972 - 1983 Wiener Lehrer-a cappella-Chor (Stv.)
1976 - 1979 Kirchenchor Pötzleinsdorf
2000 - 2006 Jugendchor Sandleiten